Es gibt Boulangerien und es gibt Boulangerien
14. Dezember, 2008
Bald heisst es für mich au revoir Paris, aber auch in der letzten Woche meines Aufenthaltes entdecke ich noch neue eigenartige Verhalten der Bewohner dieser Stadt. Ich habe es bekanntlich ein wenig mit den Boulangerien, wie könnte es also daher anders sein, als dass meine neuste Beobachtung zum wiederholten Male aus einer solchen stammt. Wir waren zu dritt unterwegs, auf der Suche nach Baguettes im 15. Arrondissement, beim Eiffelturm. Wir betraten die erstbeste Boulangerie und verlangten ein paar Baguettes. Uns wurde aber mitgeteilt, unter leicht vorwurfsvollem Blick, den ich schon ach so gut kenne, dass man hier nur Pains de Campagne verkaufe und daher selbstverständlich keine Baguettes. Non Monsiuer, ICI (mit stimmlicher Betonung auf ici) on vend que des Pains de Campagne. Boulangerien, die Pains de Campagne verkaufen (Riesendinger, die am ehesten wie unser simples Ruchbrot aussehen, aber dreimal so gross sind), sind offenbar etwas besseres. Und hier wieder der Unterschied zur Schweiz: In Helvetien entschuldigt man sich meistens beim Kunden (tuet mr leid, das heimer nid). Hier hält man dem Kunden eher seine unsögliche Dummheit vor, nicht darüber Bescheid zu wissen, dass es hier keine Baguettes gibt, dass er so blöd reinlatscht und noch danach fragt. Ça alors!