Finanzwirren

25. November, 2008

Für die kleine Neugier zwischendurch: Ich habe die wohl UNÜBERSICHTLICHSTE Website einer Bank entdeckt. Diejenige der BNP Paribas. Geht gucken. Sie scheint zwar eine sehr vernünftige Bank zu sein, hat sie nämlich die wütende Krise bis jetzt am besten ausgehalten, wenn man mit andern französischen Geldhäusern vergleicht, aber diese Homepage… C’est lö gomble, sa…

Wer hätte das gedacht…

23. November, 2008

Einige Ratschläge für Misanthropen, die die komplette soziale Abkoppelung von ihren Mitmenschen erreichen wollen:

-Bleiben Sie zu Hause wenn es regnet.

-Überqueren Sie den Fussgängerstreifen auch bei grün nicht.

-Verständigen Sie sich nie in einer andern Sprache als Schweizerdeutsch.

-Kaufen Sie Billette nur am Automaten.

-Gehen Sie zu Randzeiten ins Restaurant (oder nie).

- Machen Sie im November auf Mallorca Ferien.

-Nehmen Sie Anrufe nur auf dem Festnetz entegegen.

-Davon nur jeden dritten.

-Entsorgen Sie deshalb Ihr Mobiltelefon.

-Rufen Sie nur automatisierte Info-Hotlines an.

-Wechseln Sie heimlich Ihre Emailadresse.

 

Einige Ratschläge für Kontaktsüchtige, um Ihre Sucht zu bekämpfen (mit demselben Resultat wie oben).

 

-Begrüssen Sie jeden Passanten auf der Strasse und geben Sie ihm die Hand.

-Verwickeln Sie die Kassierin im Bahnhofmigros am Freitagabend um 19 Uhr in ein langes Gespräch.

- Setzen Sie sich im Restaurant unaufgefordert zu einem Pärchen an den Tisch.

-Helfen Sie einem Verkehrspolizisten beim Regeln des Verkehrs.

-Stellen Sie sich im Zug allen Passagieren mit Namen vor und fragen sie nach deren Befindlichkeit.

-Pumpen Sie Ihre Arbeitskollegen jeden Tag um Geld für den Pausenkaffee an.

-Demjenigen, der Ihnen dafür Geld gibt, schlagen Sie vor, ob er als nächstes mit Ihnen im November nach Mallorca verreisen möchte.

So nebenbei

21. November, 2008

„Man ist hierzulande entsetzt, wenn man vor 10 Uhr morgens uns 16 Uhr nachmittags arbeiten muss. Vermischt wird diese Einstellung noch mit der Arbeitsmoral aus Südfrankreich, nicht aus dem Haus zu gehen, wenn es regnet“.

So gehört von einem Professor in der Vorlesung an meiner Uni. Und soll ich was verraten: Sein bissiger Kommentar, dä het öppis…

Schimpfen!

19. November, 2008

Apfelmusesser!

Tramfahrer!

Youtubegucker!

Poloshirtträger!

Ethnologiestudent!

Pulswärmer!

Teetrinker!

Facebook-User!

Sonntags-Laubrecher!

Zahnseidehygieniker!

Beim-Kochen-für-ein-paar-Tropfen-Zitronensaft-Eppendorf-Pipetten-Benutzer!

Leserbriefschreiber!

TV-Serien-Suchti!

Harry-Potter-Leser!

Feuchttüchlineurotiker!

Taglichtfahrer!

Billette-am-Automaten-Löser!

Reisebürokunde!

Hosenanpropbierer!

Sinfoniekonzertbesucher!

Frauenversteher!

Mit-der-Freundin-ins-Kino-einen-Liebesfilm-schauen-Geher!

Verfalldatumleser!

Langläufer!

Stirnbandträger!

ein Wort zur Arroganz

14. November, 2008

Paris ist touristisch, an jenen Orten aber nur, wo es etwas zu sehen gibt und die im Merianführer eingetragen sind. Dort ist die Stadt auch bestens auf Touristen eingestellt, es gibt Metrotickets für alle Bedürfnisse, und man kann überall viel Geld ausgeben. Es gibt die andern Orte, an denen Paris nicht touristisch ist, weil es dort nichts zu fötelen gibt. Und dort ist Paris schon fast militant antitouristisch. Hatte nämlich kürzlich Besuch. Da wollte ich für den Besuch einen Dreitagepass fürs Metronetz erstehen, an meiner S-Bahn-Station. S-Bahn heisst in Paris RER, Réseau Express Régional. Stellt man darauf ab, was das wirklich ist, sollte es TRTTTTTTVEL heissen. Train Régional Trés Trés Trés Trés Trés Trés Trés Voire Extrémement Lent. Doch dies nur ein kleiner Seitenhieb am Rande. Ist doch wahr. Wollte also ein Billett käuflich erwerben, zwecks erleichterter Fortbewegung meines Besuchs. Ich ging zum Schalter, der war tatsächlich occupé, man traute seinen Augen kaum. Der Mannsgöggel sagte mir aber, er verkaufe keine Billette, man müsse zum Automaten. Für was, in Herrgottssternensackermentstierenhodennochmal, sitzt der denn dort? Genau, Franz Kafka hätte das am schnellsten erraten, um Kunden zu nerven und sie über die Anwesenheit von Billettautomaten aufzuklären. Zähneknirsch und Schlangensteh. Ist man endlich dran, akzpetiert diese Maschine des Teufels keine 50er-Noten. Als Tourist aus einem Non-Euroland muss man sich aber mit Geld aus Bankomaten eindecken, und die lassen üblicherweise, wenn nicht absichtlich im Wissen darüber, dass Billettautomaten keine 50er-Noten akzeptieren, nur 50er-Noten raus. Nochmals zum Schalter, Geld wechseln. Der Typ ist schon fast beleidigt, dass ich ihn innerhalb von 5 Minuten zum zweiten Mal störe und weist mich mit einer unglaublichen, fast schon postkartensujetwürdigen Arroganz, die den Parisern ja so natürlich eigen ist, und die sie meisterhaft beherrschen, darauf hin, dass er aus der Konsequenz, keine Billette zu verkaufen, auch keine Kasse bei sich habe. Ich fand ihn einen Aff und er mich wohl auch. Objektiv gesehen aber ist er ein Aff und ich nicht.

Le Louvre invite Pierre Boulez

13. November, 2008

Ich war im Louvre, und zwar nicht als normales Museumsbesucher, sondern abends, nach der ordentlichen Öffnungszeit. Und das kam so: Der Pierre Boulez, wer ihn nicht kennt, konsultiere freundlichst folgenden Link, ist vom Louvre eingeladen worden, um Konzerte zu veranstalten. der Louvre hat auch gleichsam eine Ausstellung über ihn gemacht. Da war ich also an so einem Konzert. Und dieses fand eben am Abend statt, die mussten den Louvre also extra für uns offenhalten. Bis ich überhaupt einen vernünftigen Schritt Richtung Konzertsaal tun konnte, wurde mein Billett mindestens dreimal von drei verschiedenen Billettkontrollierautoritäten angeschaut. Zu guter Letzt erhielt ich noch einen Passierschein durchs Museum, als würde mein Konzertbillett allein nicht reichen. Ich wohne nun schon ein Zeitchen in Frankreich, aber an derartige Formalismen werde ich mich wohl nie gewöhnen. Das Konzert lief folgendermassen ab: Man wurde nacheinander an vier Stationen im Museum geführt, wo zeitgenössische und alte Musik von verschiedenen Ensembles gespielt wurde. Ein Ensemble spielte z.B. vor der Mona Lisa. Wenn man den Saal wechseln musste, um zum nächsten Ensemble zu gelangen, wurde man von Dutzenden Security-Affen daran gehindert, aus Interesse irgendeinen anderen Saal zu betreten, der nicht direkt den Weg zur nächsten Konzertstation bildete. Ich habe noch nie so viele Sicherheitsleute an einem klassischen Konzert gesehen! Die dachten wohl alle, dass jeder von uns im Konzertpublikum ein potentieller Mona-Lisa-Dieb ist. Könnte ja sein…

Der Boulez selber war auch im Publikum. Ein ganz kleines, zackiges altes Mannli, und ständig zu witzeln aufgelegt. Der hatte wirklich dauernd was zu lachen. Habe ich mir gar nicht so vorgestellt. Denn auf den CD-Covers schaut er immer so weise drein.