Mein Blog erfreut sich eigentlich grosser Beliebtheit. Dass er sich bei gewissen ExponentInnen der hochwohllöblichen Leserschaft schon fast lebensbedrohlicher Beliebtheit (für den Autoren, also mich) erfreut, musste ich erstaunt und mit einer gehörigen Portion Adrenalin versetzt erfahren, als ich den neusten Kommentar zu meinem letzten Beitrag las: „noch 4 Tage bis zu Deinem nächsten Blogeintrag…“

Was im Unterlassungsfall nach 4 Tagen passieren würde, setzte sich sogleich bildhaft in meinem Kopf fest: Ich werde beim allabendlichen Spaziergang im Park gekidnappt (der schwarze Wagen am Eingang des Parks, der war mir schon vor 10 Minuten aufgefallen…), über die Grenze nach Österreich geschmuggelt, dort in einem ungebauten Luftschutzkeller eingebüxt und unter der Androhung, nie wieder Tageslicht zu sehen, mit einer Hermes Baby meinem Schicksal überlassen. So müsste ich meine Rosenkränze abbeten oder weniger metaphorisch Blogbeiträge produzieren, die meine Kidnapper dann ins Netz stellen würden. Ein findiger Bundesanwalt der Schweizerischen Eidgenossenschaft würde alsdann den österreichischen Staat einklagen, weil er wegen mangelnder Internetaufsichtsbehördenkontrollen seine Überwachungspflichten vernachlässigt habe und so adäquat kausal zum Gelingen eines solch himmelschreienden Delikts gegen einen Schweizer Bürger (angeborenes Bürgerrecht, nicht von Eveline Widmer-Schlumpf geschenkt bekommen, gell Christoph) beigetragen hätte.

Aber eben, ich ziehe den Schwanz ein und schreibe schon jetzt brav einen Beitrag. Dabei hätte ich nach gelungener Befreiung meine Schicksalsgeschichte sicher gewinnbringend an den (Medien-)Mann bringen können. Ich hätte dann gleich das Haus meiner Entführer gekauft und eine Wellnessanlage für missbrauchte Kartoffeln gebaut. Inschrift am Eingang der Anlage: „Den gebeutelten Knollen zum Wohle erbaut“.

Um von sexuell gemeucheltem Gemüse zu meinem eigentlichen Thema zu kommen: die Schweizer TV-Politsatireszene. Einzig vertreten durch Giacobbo/Müller Late Night Service Public Euro Uefa 2008 Schnitzlpommfrittsalat. Die kommen einfach nicht aus ihrem Winterschlaf heraus. Was früher in Form von Viktors Spätprogramm eine gepfefferte Satiresendung war, ist heute müde bemühend konstruiert. Ich habe ein paar Fragen: WARUM sind sie zu zweit, wenn sie ihre Rollen auch nach 12 Sendungen nicht definieren können? Harald Schmitt und sein Kollege Thomas (und der war ein besserer Helfer und Witzlustigfinder, verahlf aber Harald zu umso stärkerer Präsenz) sind einfach unerreichbar. WARUM laden sie zwei Gäste ein in dieser limitierten Sendezeit? Die kommen immer zu kurz, richtige Gespräche können kaum entstehen. WARUM laden immer irgendwelche Pflaumen ein, die den frechen Fragen von Viktor nur ein hilfloses Lachen entgegensetzen können? Die einzigen, mit denen es fägte, waren Roger Köppel und ein anderes Mal Roger Schawinski. Vielleicht weil beide Roger heissen (aber mit dem Federer wärs sicher stinklangweilig). Woher haben sie die Hypothek Peter Tate? Die Zusammenfassun ist lustig, der Rest peino. Zum Glück kann ich im Internet-Stream vorwärtsspulen. WARUM machen sie immer Kaffee? WARUM erfinden sie Rohrkrepierer wie Boppeler und Stark oder Mergim Muzzafer? Was man ihnen lassen muss: Wenn man sich konzerntriert, erwischt man auch die guten Sprüche, die durchaus auch fallen während der Sendung, denn etwas können der Mike und der Viktor ja schon.  Leider werden die guten von viel Leerlauf zugedeckt. Jänu, die Hoffnung stirbt zuletzt, ich schaue jede Sendung, vielleicht tauen sie ja noch auf.