Wir begaben uns einigermassen gleichgesinnt unter vielen in den Vergnügunstempel namens Kino Alhambra; erwartungsvoller Hoffnung auf ein unterhaltsames Sequelspektakel mit den Karibik-Piraten. Der Matter und ich, und viele andere JOKs. Waren wir doch ganz giggerig auf die Auflösung aller Rätsel nicht unbedingt dieser Welt, so doch aber des 2. Piratenfilms. Viel wurde offengelassen damals. Nun lechzten wir nach Fortsetzung.

Unterschiedlicher gesinnt hätten wir die Cinématographenanstalt nicht verlassen können, einbetoniert andernfalls hätten wir werden müssen, der Matter und ich.

ER fand den unmittelbar zuvor gesehenen Film magenumstülpend schlecht. Langweilig. Zu abgedreht. Blöd. Kraftlos. Einfallslos.

ICH hatte das unmittelbar zuvor 2einhalb Stunden lang erlebte Gaudi immer noch auf der Visage. I had the hell of a time. Super! Mein Rezept, diesen Film zum Schiessen, zum Möögge zu finden (g’schossn und g’schrien wurd gar viel in dem Streifen):

1. Hirni abschalte mit Eintritt in den Kinosaal – Matter hatte es wohl nicht fertiggebracht, der ewige Grübler.

2. Auf Klamauk einstellen.

3. Bedingungslos alles lustig finden ausser verkrampft-pathetisch-hollywoodamerikanisch-misslungenen Liebesszenen, Partnerschaftskonfliktbewältigunsversuchsszenen und heroischen Kampfreden (exzellent verhauen von Miss Knightley). Den Rest, wie gesagt, als Anlass zum Ablachen nehmen.

4. Abgespacte Todesreichszenen beeindruckt auf sich wirken lassen und sich vorstellen, die hätte jetzt Stanley Kubrick gedreht, dann findet man’s saumässig gut.

5. Fröide haben an der dreiläufigen, rotierbaren Kanone des Flying Dutchman.

Ein kleiner Nachteil, wenn man am Pfingstmontag ins Kino geht: Ausser Kinos halten alle den Laden dicht. Fürs obligate Eisgazieh nach cinéastischem Erlebnis, so zur Verarbeitung der Eindrücke (oder zur Verarbeitung der Absenz von Eindrücken) muss man am Schluss, horribile dictu, ins GUTGELAUNT ausweichen, weils nicht die einzige Alternative ist, sondern die einzige Möglichkeit überhaupt, für viel Geld wenig zu trinken zu erhalten. Wenn, wie Schmidi aufmerksam feststellte, der STEIN in der Christoffelunterführung im Moment in andern Umständen sich befindet und man im Coop kein Helvetiabier mehr bekommt.

3 Antworten zu „Yo-Ho, and a Buddle of Rum!“

  1. Michu Sagt:

    Wir haben eine andere exzellente Ausweichsmöglichkeit gefunden… nachdem wir bei allen Chic-, In- und Trendbars vor verschlossenen Türen standen: wir gönnten uns eine Hopfenperle im ebenfalls sehr gutgelaunten BURGER KING, yeah baby!

  2. matter Sagt:

    natürlich schalte ich das hirn nicht einfach aus, sonst würde ich ja jeden brunz gut finden – und womöglich auch noch über gotterbärmliche scherze lachen. und selbst wenn das hirn ausgeschaltet wird, sollte es eigentlich weiterhin eine minimale ethische instanz geben, die zumindest den grössen schwachsinn filtert.

    der film fing eigentlich vielversprechend an und beinhaltete in der tat auch ein paar geile brüller, aber eben nur eine handvoll. der rest bewegte sich in sachen komik auf dem niveau von primarschülern (so etwa à la „es hei einisch zwöi abgmacht, aber es isch nume eine cho“). witze, die entweder altbacken (grossmutters kekse lassen grüssen) oder die einfach bloss grottenschlecht waren (vermutlich nicht einmal mit einem fass rum intus zu geniessen). die handlung war im prinzip banal und weil man sich dessen wohl bewusst war, wurde versucht, diese durch verrat, seitenwechsel, betrug aufzumotzen. das resultat war aber mehr verwirrung als spannung (da hätten sie was von The Departed lernen können).

    was abgespacete todesszenen betrifft, so wirken sie recht schlecht, wenn man sie mit komik zu verbinden versucht – notabene mit schlechter komik. ausserdem war die szene zu kurz um wirklich einen stimmungsvollen eindruck zu hinterlassen.

    lachen tu ich gerne – sogar sehr gerne. aber dazu braucht es trotz allem stil. nicht prinzipiell hohen oder tiefen – einfach stil.

    und gerade frage ich mich, weshalb ich hier so einen müll zusammenstusse.

  3. lefey Sagt:

    Ja, Matter, dafür sind doch Blogs da… Müll zusammenstussen und im WWW ablagern (ömu besser als z Neapel am Strasserand)


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