E witergfüerte Krimer
26. Mai, 2007
Es geht weiter!
Was bisher geschah: SIE FIEL IHM UM DEN HALS.
„den Rest können Sie sich ja denken“, schloss Rabenaas.
„Kann ich eben nicht“, grunzte Appleby, „habe gerade eine Hirnamputation hinter mir“.
„Na gut, wie Sie wollen. Die Dame ist Wahrsagerin und nennt sich Mme. Clôthlide. So was von mystisch, nicht wahr? Sie parfümierte mir ins Ohr, weshalb Sie mich anfallen musste. Sie hatte gerade in ihrem Kaffeesatz gelesen, dass der Mann ihrer Träume derjenige sei, der ihr viel Geld bringe. Einen lapidareren Kaffeesatz hats ja wohl noch nie gegeben, was? Item, sie hatte eben gesehen, wie ich das Geld zu ihrem Fenster reinwarf und da hats gefunkt. Bei ihr natürlich“. Herbert bebte. Seine Nase auch und so musste er sich schneuzen. Er tat’s distinkt und kariert, das heisst, das Nastuch war kariert. Er fuhr fort: „Ihr weiteres Leben erzählte sie mir zwischen den Leintüchern“. Jetzt musste er kichern wie ein kleiner Bub, der seine ältere Schwester mit ihrem Freund durchs Türschlüsselloch beobachtet, bespannt.
Dem guten Preston Appleby war gerade gar nicht zu lachen zumute. Eine emotionelle Diskrepanz diesen Ausmasses zwischen zwei sich gegenüberstehenden Menschen (lediglich ein Schirmständer dazwischen) hat es wohl noch nie gegeben.
„DU HAST MEINE MUTTER…! “ entfuhr es ihm (zu recht, denn so war es, ainsi il était).
„I wo, nicht gerade aus der Haut fahren, mein Freund, Sie dürfen mich weiterhin getrost siezen – Mme. Clôthilde ist etwa halb so alt wie Sie (und etwa halb so versoffen)“. Applebys Mutter trug also lediglich denselben Namen. Uff.
Konnte es sowas geben, die so was von diskrepante emotionelle Lage hatte sich in Sekundenschnelle um 180° gedreht: Rabenaas war konsterniert, Appleby suhlte sich in Genugtuung und war vergnügt. Es geschah nicht alle Tage, dass ihn jemand seiner Trinkfestigkeit (die er gerne mit Charakter und Charisma gleichsetzte) lobte. Ihm ging bisweilen ein Lichtlein auf, so denn auch jetzt. Er reimte sich laut etwas zusammen:
„Ich glaube, dass ich Ihnen kaum helfen kann, Herr Rabenaas. Ihren wirren Schilderungen zufolge kann ich nur annehmen, dass Sie bei Mme. Clôthilde nicht in einem Wahrsagesalon gelandet sind, sondern in einem andern schummrigen Etablissement. Fürwahr, manchmal sind sie gar schwer zu unterscheiden“. Appleby soff schwer. „Beide haben rotes Licht…“, sinnierte er vor sich hin.
„Sie waren also über die physische Gegenleistung der Mme. Clôthilde für 834 £ Sterling nicht sonderlich zufrieden. Ich gebe zu, für diesen Betrag sollte man schon einiges erwarten können. Sie wollten also das Geld zurück. Geld-zurück-Garantie gibt’s in dieser Branche allerdings nicht, sollten Sie wissen. Deshalb wurde Ihnen auch kein Einlass gewährt. So kann ich nichts konkretes für Sie tun. Ich kann Ihnen jedoch zwei heisse Tipps geben, wie Sie wieder an Ihr Geld kommen könnten: 1. Verkleiden Sie sich als Betreibungsbeamter und gehen Sie hin. Sagen Sie nichts. Die Dame wird Sie anschauen, winseln und mit dem Geld rausrücken. Wenn das nicht haut, hier kommt die ultima ratio: Stellen Sie ein Unterstützungsgesuch bei der Invalidenversicherung. Grund: Seelische Verkrüppelung wegen unbefriedigenden Sexuallebens. Und wenn Sie mich jetzt entschuldigen möchten, ich habe noch zu tun“.
Damit begleitete Preston Appleby, Privatdetektiv für Schnüffeleien aller Art und Gattung, den sprachlosen Herbert Rabenaas zur Tür hinaus. Er zog zwei Geldscheine aus dem Bündel, das Rabenaas ihm überreicht hatte.
„Werde mir die Bude dieser edlen Dame wohl doch persönlich ansehen müssen“, dachte er, als er seinen Mantel zuknöpfte.
ENDE
der Geschichte.
27. Mai, 2007 um 12:52
Kann Preston Appleby folgenden Fall lösen ? Man stelle Dir ein Tanzlokal vor, eines der besseren Sorte; gedämpftes Licht, gedämpfte Musik, gedä … nein – besser gediegene Stimung (A = 442).
Es geht gegen Mitternacht zu. Schleichend verdüstert sich die Atmosphäre, die Temperatur steigt (global warming als Ursache ? eher lokales Problems des Lokals), und … das Licht geht aus.
Da:
Ein Herr führt die Dame im Tango
Direkt in ein Näpfchen mit Fango.
Sie verstarb auf der Stell’ -
Voller Gift! Dessen Quell’
War im Fango hochgiftige Mango !
Wer war der Täter ? wie reich war die Dame ? besass sie einen Schosshund ? war der Koch ISO9000 zertifiziert ? LeFey jun.: Sie sind gefordert.
Sachdienliche Hinweise sind erbeten auf mail martin.fey@insel.ch
Alle Rechte vorbehalten.
LeFey sen. – Dad