Morgens um 08 Uhr 11.

23. Mai, 2007

Heute. aaaaaaaaaaaaaaaaargh, heute war so ‘n Tag, so einer von dieser Sorte. Von der Sorte, dass man sich nicht einmal die Sinnfrage stellen mochte. So blöd war das – es war einem zu blöd, ganz wahr. Es war mir zu blöd. Ein ahnungsloser Mitstudent brachte die Skrupellosigkeit auf, mir morgens um 08.11 Uhr die Frage zu stellen, wie’s denn so gehe. Er grinste unentwegt und wusste noch nicht, was ihn von mir oder vom bevorstehenden Vorlesungsmarathon erwarten würde. Er hatte sich auch nicht schon seit Anfang dieser Woche in Hörsälen rumschlagen müssen. Er war frisch und busper zurück aus Schweden. Darum gings ihm auch noch dementsprechend gut. Ich hing so in meinem Stuhl, wie man so zu hängen pflegt, wenn man auf vorher gestellte Frage folgende Antwort gibt:

Ah…,

aaaah…,

ah.

*Phhhhhht*,

Ach, du

(ja, ich werde schon wieder dieses Wort benützen, einmal pro Eintrag muss es mindestens sein)

Scheisse.

So. Damit wusste der andere Bescheid und ich auch.

 Ich war bei weitem nicht der einzige in dieser Verfassung. Um zehn Uhr traf ich einen guten Bekannten an, er hielt sich noch knapp an einer UniS-Mensa-Bank. Jetzt war es an mir, die Frage mit dem Befinden-Wort zu stellen. Ich tat es willentlich und wissentlich, auf einen Erfolg bedacht, und dieser kam: „Eigetlech geits ganz guet, denn es isch ja immer [********!]„(siehe weiter oben). Es waren also schon zwei, die so richtich Bock hatten.

Einigermassen rekonvaleszent wusch ich abends in der Küche ein paar Kellen, ein Messer und ein Backblech ab. Abends ist der Tag noch nicht vorbei, und darum ging es weiter: Das Abwaschmittel droht zur Neige zu gehen. Heute noch nicht, wahrscheinlich hält es auch bis morgen. Aber eines Tages, dieser Tage, einer der nächsten, er ist noch im Tägertschitäli versteckt am dösen, ist die Flasche leer. DANN muss ich in die dunklen Kellergewölbe unseres Hauses hinabsteigen und eine neue holen gehen. Da werde ich mich des heutigen Tages mit schmerzvoller Wehmut erinnern und verklärt gedanklich darin suhlen. Vielleicht wandere ich aber vorher nach Nicaragua aus, ich habe es munkeln gehört, dass es dort Putzmittelflaschen gebe, die nie leer würden.

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