So ein Quark

15. Mai, 2007

Heute haben sie mich schauderhaft dranbekommen, die Marketingfritzen. Hochkant mit eineinhalbfacher Schraube bin ich in der verführerischen Glasvitrine gelandet (genauer gesagt, mein Kapital, mein gesamtes liquides Kapital in meinem Portmonee – 1 Stutz in kleinem miesen Münz. Man ehre zwar den Rappen und den Schimmel vor dem Apfel und nehme trotzdem den Franken, Reden ist Schweigen, Silber ist Gold, aber mich nerven die Zwänzgi und Zähni). Angegattigt haben sie es folgendermassen, diese Verkaufshaie: Ich komm’ so des Weges, nichtsahnend und vor lauter Dummheit gut gelaunt, zum coop city (der gute alte Ryfflihof, dr Gödeli hab’ ihn selig *Schnüff*, Bünzlis Einkaufsparadies) raus, was erheischt mein Blick: Quarktasche, 1.- statt 1.60, Schwarz auf Gelb, es uschuldigs Täfeli, so nebenbei am Eingang. Boah ey, denk’ ich ma’ ,den musste haben, ich werd’ meschugge, hätte ja mächtig eins an der Murmel, wennde da nich’ zugreifst! Sind die gross!  Mit Quark gefüllt! Ich kratze vergnügt meine Zwänzgi und Zähni zusammen und tausche sie alsbald gegen eines dieser zimtzuckerberieselten Gebäcke ein. GRAD zum ässe, habe keine Zeit, der Dame hinterm Glas beim Einpacken zuzuschauen, ich will’s mir doch gleich ins Goscherl stopfen.

Oh weh! Oh Frust oh Ärger oh Krampf: Ich bin gelinkt worden. Ich habe einen harten Schweizer Franken für Luft bezahlt. Richtig, die “Quark“tasche war mit Luft gefüllt. Mein herzhafter Biss ging ins Leere, die stolz geblähte Teigfassade knickte in sich zsammen. Was ich mit viel gutem Restwillen als Quark identifizieren konnte, äusserte sich optisch als im hintersten Eck der Teigtasche verschämt klebendes Stück Masse, das im 2. Weltkrieg wohl knapp als Ersatzbirchermüesli durchgekommen wäre.

Der Weisheit letzter Schluss, den konnte ich allerdings noch nicht ziehen. Schliesslich will ich zuerst noch auf Coops Erdbeerkuchenaktion reinfallen.