Krawumm?
27. April, 2007
Als ich unschuldig von der Heiliggeistkirche her dem Bahnhof zu schlendere, fällt mir doch auf, dass sich ungewöhnlich viele Leute auf dem Bahnhofplatz tummeln. Na gut, es war eben Abendverkauf, aber es sind nnoch viel mehr. Was isch loooos? Ich muss was verpasst haben, einen Mega-Event, eine protzige Party, ein fettes Fest, ein krasses Konzert, einen Promiauftritt. Ich kam mir klein, hässlich und von der HKB her kommend, hinter dem Mond vor. Ich schmollte und wartete vor dem tibits auf meinen Bus. Aber all diese Leute, gopfertami. Eine Minute bevor der Bus kommt, hechelt und ächzt ein Bekannter von mir auf den Busperron, ausser sich vor Atem. Total ausgekotzt. Der ist mindestens von Dakar hierher gerannt, denke ich bei seinem Anblick. Nur um den Bus zu erwischen? „Die hei dr Bahnhof gsperrt!“ kotzt er raus. Isch nid wahr! Er ist mit dem Zug nach Bern gekommen. Wenn der Bahnhof gesperrt ist, gibt es ordentlich was zu joggen: Rauf auf die Welle, Bubenbergplatz hintenrum, den Tramperrons entlang über den Bahnhofplatz. Vor allem, wenn man 2 gemütliche Minuten durch die Unterführung eingerechnet hat und einem ein rotweisses Band einen fetten Strich durch diese Rechnung macht. Das heisst Gring abe u seckle. Erst jetzt sehe ich diese Bänder auch bei den Treppen, die zum Treffpunkt runterführen. Ein SBB-Funktionär kämpft mit den Tücken eines orangen Overalls, er zieht es an und aus und an, es will einfach nicht passen. Wahrscheinlich hat er dasjenige von seinem 1m20 grossen Liliputanerkollegen erwischt… Bombendrohung, klärt mich eine junge Dame auf. So. Endlich geschieht auch in Bern mal was! Jetzt sind wir in der Welt angekommen. London, Madrid, wir sind da! Als ich im Bus wegfahre, steht der Bahnhof noch. Gemäss 20 Minuten steht er auch heute noch. Die verdächtige Tasche wurde gesprengt, der Inhalt war aber keine Bombe, sondern unbekannt. Gummibärli füre Tschäppät oder so.