Ich leide noch ein wenig unter Anfangseuphorie… zweimal im Tag etwas schreiben. Es ist halt schon so: kaum hat man einen Blogeintrag veröffentlicht macht sich eine innerliche gähnende Leere breit. Ja, was itz? Es muss doch etwas geschehen! Aber natürlich passiert nichts. Also einen weiteren Post verfassen, das hilft immer. Beschäftigungstherapie für Studenten, die zuviel Ferien haben (ok, das war jetzt ganz hässlich, aber manchmal geht es mit mir durch). Und natürlich muss ich am Anfang ein wenig Lesefutter liefern, es gibt ja nichts langweiligeres als einen leeren Blog. Der Vergleich mit der Zeitung von gestern hinkt: ein Blogeintrag von gestern bleibt zeitlos gut, finde ich. Darum lese ich immer meinen eigenen ersten Eintrag von gestern durch. Und verleihe mir danach einen Blogritterorden ertsen Grades. Mindestens dreimal am Tag. Ich habe Rückenschmerzen vor Dekorationslast. Dieser Blog bringt mich ins Grab.

Übrigens habe ich heute noch eine richtige Alltagshandlung vollzogen: Mit dem Auto in die Migros ga Kommissione mache. Mit Einkaufszettel und so. Ich hasse unsere Migrosfiliale im Kaff, sie stinkt. Ich parkierte meinen Wagen neben einem fetten, aufgepimpten Range Rover, mit einem Bündnernummero. Es ging nicht lange, da konnte ich die Besitzer desselben im Laden ausmachen: Ein Paar, sie: mit Modelmassen, hüftlanges, blondes, glänzendes Laboratoires-Garnier-Haar (ein Freund von mir, also Name bekannt, würde jetzt noch hinzufügen: „dass si sech mit de Haar cha ds Füdle putze!“), sauteure Sonnenbrille und alles und überhaupt, er: mit Boxermassen, aber eine Portion Fett zuviel, NICHT 40 Jahre älter als sie (da stimmt was nicht), aber was für ein Klotz. Eingeschlagene Nasen müssen Sexappeal haben, auch wenn sie wie eine Kartoffelknolle aus der Visage ragen. Dummheit strömte wie Honig und Milch aus seinem Gesicht (hier schreibt ein Frustrierter, der sich keinen Range Rover, keine Bibe und keine Knollennase leisten kann, das wird schon klar, oder?). Beide standen vor dem Brotgestell (er: dumm wie Brot) und drehten gelangweilt Gipfeli in der Hand. Warum überhaupt diese Leute einen Migrosladen mit ihren eigenen Füssen betraten, wusste ich nicht, es war mir ein Rätsel. Zurück in meinem bescheidenen Golf traf mich der Geistesblitz: Der Wagen ist geleast, die Sonnenbrille gemietet, oder vielleicht das ganze Model und der eingetütschte Riecher noch dazu! Da war die Welt wieder in Ordnung. Ich trat fröhlich auf das Gaspedal und musste feststellen, dass „mein“ Golf meinen Eltern gehört (hier schreibt ein Frustrierter, der sich nicht mal einen Golf leisten kann).

Weltrekord!

16. März, 2007

Mein weit herum Aufsehen erregender Webauftritt musste zuerst mal gebührend gefeiert werden: Mit einem Besuch des Podiums in Düdingen. Was in aller Welt habe ich in Düdingen (wirklich eine Hundsverlochete, sorry, manchmal tut Wahrheit einfach weh.) zu suchen? Ursus&Nadeschkin! Weltrekord! Sowas von Extrrremcomedy. Einen Abend lang auf der Bühne Schluss machen. mit rezyklierbaren Petflaschen auf dem Kopf Synchronreden, Ursus&Nadeschkin und das über 500-köpfige Publikum, alle zusammen, 15 Sekunden lang. Weltrekord, wie schon gesagt. Der Satz, der synchron geredet wurde, war allerdings zu banal, um hier geschrieben zu werden. Obwohl Ursus zuerst einen ganz passablen Satz hätte verwenden wollen: „Die Gämsen gehören zu den Leidtragenden (oder eben doch Leid Tragenden?) der Flussschifffahrt“. Dafür durfte zum Schlussapplaus noch der wackere Wehrmann der Feuerwache Düdingen auf die Bühne. Denn ohne ihn hätte Nadeschkin die ganze Hütte abgefackelt, ehrlich! Diese Frau ist nicht nur eine Rotzgöre, sondern auch noch pyromanisch veranlagt! Noch eine Lektion fürs Leben: Wenn ihr euch mal ganz unvermittelt eine Kaffeekanne auf den Kopf schnallt, mit Klettverschlüssen eine Kaffeetasse mit Unterteller auf eurem Knie befestigt, den Oberschenkel anhebt, bis er waagrecht ist, den Kopf dann so neigt, bis der Kaffee aus der Kanne, einen Touareg vor Neid erblassen lassend, direkt in die Tasse auf dem Knie sich ergiesst und man sich dabei verbrüht, weil der heisse Kaffee daneben ging: Suche nie deinen Arzt auf und erzähle ihm diese Geschichte, denn der schickt dich dann ganz woanders hin. So Münsingen links oder ähnlich. Nur damit ich keine Vorwürfe erhalte, das verschwiegen zu haben.